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Blog des Heinrich-Braun-Klinikums

Hinter den Kulissen der Corona-Schutzimpfung

18.01.2021

Nach Weihnachten wurde am Heinrich-Braun-Klinikum damit begonnen, Mitarbeiter zu impfen. Seitdem haben bereits über 600 Mitarbeiter die erste Schutzimpfung erhalten. In dieser Woche sind weitere Impftermine für über 200 Mitarbeiter geplant. Doch welcher organisatorische Aufwand und Ablauf steckt eigentlich hinter der Corona-Impfung? Wir haben die beteiligten Bereiche begleitet und hinter die Kulissen geblickt.

Abholung der Impfstoffdosen durch unseren Haustransport
Die Impfstoffversorgung ist in Sachsen über sogenannte Cluster zentral geregelt. Unser Haustransport holt die für das HBK zentral bereitgestellten Impfdosen aus dem Klinikum Chemnitz ab und übergibt sie am Standort Zwickau den Mitarbeitern der Krankenhausapotheke. Der Transport ist heikel, da der Impfstoff extrem erschütterungsempfindlich ist und die Einhaltung der Kühltemperatur überwacht werden muss. Beim Transport wird deshalb die Temperatur überwacht und aufgezeichnet. Die Apotheker des APEK-Versorgungszentrums werten diese Daten vor der weiteren Verarbeitung aus, um sicherzustellen, dass der Impfstoff den Transport ordnungsgemäß überstanden hat. Alle Mitarbeiter wurden im Vorfeld intensiv zum Umgang mit dem Impfstoff „Comirnaty“ (so heißt der COVID-19 mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer) geschult. Im APEK-Versorgungszentrum  werden die Impfdosen dann bei 2-8°C eingelagert. Bei dieser Temperatur kann der Impfstoff 120 Stunden, also 5 Tage verarbeitet werden.

Verarbeitung des Impfstoffes in der Krankenhausapotheke
Kurz vor den Impfterminen werden die Spritzen mit dem Impfstoff unter Reinraumbedingungen im C-Raum der Sterilabteilung des APEK-Versorgungszentrums aufgezogen. Das gibt uns hygienische Sicherheit bei der Produktion. Bei der Herstellung muss das Vakzin mit 0,9%igem Natriumchlorid verdünnt und 10x leicht umgedreht werden. Auch hier ist es extrem wichtig, dass der Impfstoff nicht zu stark geschüttelt wird. Dies würde wieder zu seiner Zerstörung führen. Das Herstellungspersonal prüft auf sichtbare Partikel und Verfärbungen, bevor es den Impfstoff zu 0,3 ml in die Spritze füllt. Zum Aufziehen der Lösung dürfen nur Kanülen mit dem dafür geeigneten Innendurchmesser verwendet werden, damit keine zu großen Scherkräfte entstehen. Für die Applikation wird eine neue Kanüle aufgesteckt. Somit ist auch ausgeschlossen, dass sich noch Reste des Impfstoffes an der Kanüle befinden und es ist ein Höchstmaß an Sicherheit gegeben.

Vorbereitungen für die Weitergabe der Spritzen
Die Spritzen mit dem Impfstoff werden abgepackt, eingeschweißt und so unseren Ärzten für die Impfsprechstunde bereitgestellt. In dieser Form ist der Impfstoff 6 Stunden haltbar. Da aktuell noch keine Etiketten für die Dokumentation im Impfausweis mitgeliefert werden, werden eigene, vom APEK-Versorgungszentrum erstellte Aufkleber der Lieferung beigelegt. Der kurze Transport zur Impfstelle erfolgt dann wieder durch im Umgang geschultes Personal.

Digitale Terminvergabe für die Schutzimpfung
Um eine unkomplizierte und schnelle Terminvergabe für die Impfung zu gewährleisten, haben wir uns für ein digitales Warteschlangensystem entschieden. Technische Unterstützung haben hierbei die Mitarbeiter unserer Medizinischen Informatik geleistet. Über diese cloud-basierte und DSGVO-konforme Anwendung lassen sich Termine mit den gewünschten Uhrzeiten einfach hinterlegen. Über einen Zugangslink bzw. einen QR-Code können unsere Mitarbeiter so selbstständig einen Termin für die Impfung vereinbaren.

Aufklärung zur Impfung
In unserem internen Mitarbeiterportal ist das Aufklärungsblatt zur Schutzimpfung gegen COVID-19 hinterlegt sowie ein Anamnese-Bogen. Beide Dokumente müssen vorab von jedem Mitarbeiter ausgefüllt und unterschrieben zum Impftermin mitgebracht werden. Im Aufklärungsblatt wird erläutert, um welchen Impfstoff es sich handelt und wie dieser wirkt. Zudem wird über mögliche Impfreaktionen sowie Impfkomplikationen informiert. Im Anamnese-Bogen müssen Angaben zu vorhandenen Erkrankungen gemacht werden. Natürlich besteht auch noch am Tag der Impfung die Möglichkeit, offene Fragen im direkten Gespräch mit dem Impfarzt zu klären.

Ein kurzer Pieks – und schon ist es fürs Erste geschafft
Am Tag des Impftermins meldet sich der Mitarbeiter bei unserer Impfstelle an und muss seine elektronische Gesundheitskarte sowie seinen Impfausweis vorlegen. Automatisch erhält jeder Mitarbeiter einen Termin für die zweite notwenige Impfung im Abstand von drei Wochen. Nach einer kurzen Wartezeit wird er vom Arzt aufgerufen. Wenn es keine offenen Fragen mehr zur Impfung gibt, wird die Stelle am Oberarm desinfiziert und der Impfstoff mittels vorbereiteter Spritze verabreicht. Da im Anschluss der Impfung eine Nachbeobachtungszeit empfohlen wird, sollen die Mitarbeiter im Wartebereich noch für ca. 15 Minuten Platz nehmen, bevor sie dann ihrer Arbeit wieder nachgehen können. In drei Wochen erfolgt dann der zweite „Pieks“ – der ausreichende Impfschutz beginnt sieben Tage nach der zweiten Impfung.