Cookies

Ihre Cookie-Einstellungen

Die von dieser Website genutzten Cookies ermöglichen den einwandfreien technischen Betrieb der Website. Darüber hinaus werden analytische Cookies zur Darstellung von Google-Standortkarten ausschließlich bei Benutzung dieser verwendet. Weitergehende Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Weiter zur Website

Neuigkeiten

Vom Kinderarzt zum Krankenhaushygieniker

25.02.2026

Nach 37 Jahren verabschiedet sich Oberarzt Dr. med. Ulrich Taubner in den Ruhestand.

portrait von dirk taubner
Nach 37 Jahren verabschiedet sich Oberarzt Dr. med. Ulrich Taubner in den Ruhestand.
Der Krankenhaushygieniker mit einer Abklatschprobe.
Der Krankenhaushygieniker mit einer Abklatschprobe.

Wenn OA Dr. med. Taubner auf seine Zeit am HBK zurückblickt, dann blickt er auf ein Berufsleben zurück, das von Verantwortung, Weitblick und beständiger Weiterentwicklung geprägt war. Ursprünglich wollte er „immer etwas mit Kindern machen”. So begann er 1988 seine berufliche Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am HBK. Nach der Wiedervereinigung gab es aufgrund von Kürzungen keine feste Stelle mehr für ihn in der Kinderklinik. Stattdessen bekam der Mediziner das Angebot, die Krankenhaushygiene zu übernehmen. Parallel zu dieser neuen Herausforderung arbeitete er viele Jahre im Dienstsystem der Früh- und Neugeborenenstation – ein Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit der Pädiatrie. Als Kinderarzt brachte er die Idee ein, Räume mit kindgerechten Motiven zu gestalten, um den jungen Patienten neben der medizinischen Versorgung ein Stück Geborgenheit zu geben. Dies war in der damaligen Zeit eine Neuerung.

Nachdem Oberarzt Dr. Taubner 1991 die Krankenhaushygiene übernommen hatte, absolvierte er zahlreiche Zusatzqualifikationen sowie Weiterbildungen und erhielt die offizielle Bestätigung durch das Gesundheitsministerium als Krankenhaushygieniker in Sachsen tätig zu sein. Zudem führte er das Qualitätsmanagement am HBK ein. Sein Anspruch war stets, fachlich auf dem neuesten Stand zu sein – für die Sicherheit von Mitarbeitenden und Patienten. Am 6. August 1991 leitete er seine erste, und am 26. Januar 2026 seine 90. und letzte Hygienekommissionssitzung. Dieses Datum empfand er als besonders schön und beinahe symbolisch. 

Die Aufgaben eines Krankenhaushygienikers sind vielfältig: Prävention nosokomialer Infektionen (Krankenhausinfektionen), Beratung bei Neubauten sowie Umbauten im laufenden Klinikbetrieb, Schulungen der Mitarbeitenden, Begleitung komplexer Problemstellungen sowie die Weitergabe gesetzlicher Vorgaben in die Fachbereiche. Das alles gelingt nur in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken und Bereichen. Hinzu kommen umfangreiche Dokumentationen und Auswertungen von Daten. Hygiene bedeutet nicht nur Beratung, sondern oft auch klare Worte, Diskussion und konsequentes Handeln. „Ich schätze die Zusammenarbeit sowie den offenen, ehrlichen Meinungsaustausch mit den Mitarbeitenden unseres Klinikums sehr. Nur so können neue Ideen entwickelt und umgesetzt werden.“, betont Dr. Taubner.

Der 65-Jährige ist besonders stolz darauf, dass es in seiner Zeit als Krankenhaushygieniker zu keinem großen Ausbruchsgeschehen kam. Er betont immer wieder, dass dies vor allem ein Verdienst seines Hygiene-Teams ist: „Ohne meine Mitarbeitenden, die sich bewusst für eine gute Hygiene engagierten, funktioniert es nicht.“ Die Kommunikation und das Miteinander von Pflege, Ärztlichem Dienst und allen weiteren Berufsgruppen waren ihm ein großes Anliegen. Er hat sieben Ärztliche Direktoren am HBK erlebt, zahlreiche bauliche Veränderungen begleitet und selbst viermal das Büro gewechselt. Den weiten Blick über Zwickau aus seinem letzten Büro wird er in besonderer Erinnerung behalten.
Eine prägende Zeit war für ihn die Corona-Pandemie. Die größte Herausforderung bestand darin, unter knappen Materialressourcen und personellen Engpässen praktikable und zugleich sichere Lösungen für den Personal- und Patientenschutz zu finden. Hygienestandards mussten aufrechterhalten, Sterilisationsmöglichkeiten neu gedacht und Prozesse flexibel angepasst werden. Die Basishygiene war etabliert, doch die Dimension der Pandemie verlangte von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein und Durchhaltevermögen. Was dem Hygieniker künftig fehlen wird, ist das Miteinander: die Gespräche, Beratungen und die Zusammenarbeit im Team. Die Vielzahl an E-Mails und Anrufen wird er hingegen nicht vermissen, wie er mit einem Augenzwinkern sagt. Langweilig war sein Beruf jedenfalls nie. Die Vielseitigkeit der Aufgaben und die Einblicke in unterschiedlichste Fachbereiche haben seine Tätigkeit über Jahrzehnte geprägt. Nun beginnt ein neues Kapitel. Er freut sich darauf, mehr Zeit für seine Hobbys zu haben und seiner besonderen Leidenschaft für Weltraum-Briefmarken und dem Thema Kosmos nachzugehen. Ideen für die kommende Zeit hat er viele.

Für die Zukunft unseres Krankenhauses wünscht er sich, dass die gute Zusammenarbeit mit der Abteilung Hygiene weiterhin so vertrauensvoll gelebt wird wie bisher. Zwei Leitsätze haben Ulrich Taubner durch sein Berufsleben begleitet. Der eine bringt das ärztliche Selbstverständnis auf den Punkt: „Wir können einige heilen, wir können vielen helfen, wir können alle trösten und wir wollen keinem schaden.“ Der andere, ein Zitat des Augustinus, beschreibt seine innere Haltung: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“

Mit diesem inneren Feuer, seiner Fachkompetenz und seinem großen Verantwortungsbewusstsein hat er die Entwicklung unseres Hauses über Jahrzehnte begleitet. Das HBK ist ihm ans Herz gewachsen und er ist Teil seiner Geschichte geworden. Wir danken ihm herzlich für 37 Jahre Engagement, Kompetenz und Menschlichkeit. Sein unerschütterlicher Optimismus, sein Schalk und seine passenden Lebensweisheiten in jeder Lage werden uns fehlen. Für seinen neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm Gesundheit, Freude, Zeit für seine Leidenschaften und alles Gute.
 


Ansprechpartner

HBK-Unternehmenskommunikation