Blog des Heinrich-Braun-Klinikums

Prüfen, rufen, drücken - Reanimationskurs macht Schule

30.12.2019

Diese Lektion zum Verhalten im Notfall bei Herzstillstand kennt jetzt jeder Schüler der fünften Klassen an den drei Zwickauer Gymnasien. Im Dezember vermittelten Experten der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des HBK sowie der ADAC-Luftrettungsstation des Christoph 46 die Grundlagen der Reanimation in den Schulen.

Von den Profis lernen wie es richtig geht. Dr. med. Frank Thümmler erläutert Celina, Mina und Ognjen das Vorgehen in einer Unfallsituation an einer lebensgroßen Übungspuppe.
Von den Profis lernen wie es richtig geht. Dr. med. Frank Thümmler erläutert Celina, Mina und Ognjen das Vorgehen in einer Unfallsituation an einer lebensgroßen Übungspuppe.
Gemeinsam und alleine konnten die Fünftklässler die Herzdruckmassage an Dummys üben.
Gemeinsam und alleine konnten die Fünftklässler die Herzdruckmassage an Dummys üben.

Bereits als die Schülerinnen und Schüler das Klassenzimmer betraten, wurden die Augen groß. Neben einer Übungspuppe in Größe eines Erwachsenen lagen bereits etliche kleine Dummys bereit, die im praktischen Teil des 90-minütigen Reanimationskurses in den Schulen zum Einsatz kamen. Zuvor erläuterten Dr. med. Frank Thümmler, leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des HBK und Notarzt, gemeinsam mit Frank Peschel, leitender Notfallsanitäter des Zwickauer Rettungshubschraubers Christoph 46, die theoretischen Grundlagen zum richtigen Verhalten in einer Notsituation mit verletzten Menschen. Altersgerecht wurden dabei die Fragen der Fünftklässler beantwortet und die Klasse auf die nachfolgenden Übungen vorbereitet.

Dabei verdeutlichte Dr. med. Frank Thümmler nochmals die Faustregel im Notfall: ‚prüfen, rufen, drücken‘. „Zunächst sollte geprüft werden, ob es sich bei dem vermeintlich Verunglückten wirklich um eine Person in einer Notsituation handelt. Wenn sich herausstellt, dass die Person verunglückt ist, sollte versucht werden unmittelbare Hilfe von umstehenden Personen einzuholen und anschließend der Notruf gewählt werden. Der Rettungleitstelle teilt man mit den W-Fragen (Wo? Wer? Was? Wie viele?) die Umstände mit. Wenn keine Atmung vorhanden und Herzschlag spührbar ist wird der Hals überstreckt und umgehend mit der Reanimation begonnen.“ Wie anstregend die Herzdruckmassage nach nur wenigen Minuten sein kann, wurde den Schülern deutlich als sie zum Takt vom Hit „Stayin´ Alive“ selbst die Reanimation ausübten. Nicht nur die Herzdruckmassage mit 100 Schlägen pro Minute lehrten die erfahrenen Rettungskräfte an den Übungspuppen auch das Prüfen der Atmung sowie des Herzschlages und das Wählen des Notrufs wurden eingeübt. In drei Gruppen stellten die Schüler die erlernten Kenntnise an den Dummys unter Beweis. „Es ist ganz schön anstrengend. Aber es ist wichtig, dass wir hier lernen, Leben zu retten“, so fasste eine Schülerin den Reanimationskurs zusammen, bevor sie das Klassenzimmer in die wohlverdiente Pause verließ.

Hintergrund zu den Reanimationskursen
Der Grundstein für das Projekt ist auf das Engagement von Oberarzt Dr. med. Thümmler und einen befreundeten Lehrer zurückzuführen, die die Kooperation zwischen Peter-Breuer-Gymnasium, HBK sowie der Luftrettung initiierten. Die ersten Reanimationskurse wurde bereits 2013 ausgerichtet. Seit dem sind die jährlichen Kurse fester Bestandteil des Lehrplans am Peter-Breuer-Gymnasium. Dieses Jahr kamen das Clara-Wieck- sowie Käthe-Kollwitz-Gymnasium dazu, welche auch künftig an den Kursen teilnehmen wollen. „Ziel der Reanimationskurse in den einzelnen Klassen ist es, den Kindern die Hemmung zu nehmen in einer Unfallsituation zu helfen. Viele haben Angst etwas falsch zu machen. Doch ist in den meisten Fällen die Ersthilfe und ggf. nötige Reanimation das Beste was dem Unfallopfer passieren kann,“ hält der erfahrene Notarzt fest.

 


Ansprechpartner

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