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"Ich wollte nur einmal durch die Operation."

17.08.2026

Mit einer beidseitigen Knieendoprothese gewann Elke Tittel ihre Beweglichkeit zurück – heute schwimmt die 72-Jährige wieder regelmäßig mehr als einen Kilometer und möchte anderen Betroffenen Mut machen.

Das Treppensteigen ist kein Problem: Elke Tittel läuft sicher auf Absatzschuhen an der Seite von Prof. Dr. med. Eric Röhner die Treppen hinauf.
Das Treppensteigen ist kein Problem: Elke Tittel läuft sicher auf Absatzschuhen an der Seite von Prof. Dr. med. Eric Röhner die Treppen hinauf.
Täglicher Freibadbesuch im Sommer: Elke Tittel schwimmt auch mit zwei künstlichen Kniegelenken mehr als 1.200 m
Täglicher Freibadbesuch im Sommer: Elke Tittel schwimmt auch mit zwei künstlichen Kniegelenken mehr als 1.200 m

Wenn im Sommer das Freibad in Gößnitz öffnet, ist Elke Tittel fast täglich im Wasser. Mindestens 1.200 Meter schwimmt sie dann – manchmal sogar noch ein paar Bahnen mehr. Zusätzlich hält sie sich mit regelmäßigem Training im Fitnessstudio und Spaziergängen fit. Gemeinsam mit Pflegehund „Funny“ legt sie dabei derzeit täglich mehrere Kilometer zurück. Dass all das heute wieder selbstverständlich ist, war vor nicht allzu langer Zeit kaum vorstellbar.

Eine Entscheidung für mehr Lebensqualität

Vor mehr als zehn Jahren begannen die ersten Beschwerden. Die Arthrose schritt langsam, aber stetig voran. Anfangs verschafften Hyaluronsäure-Spritzen Erleichterung, doch ihre Wirkung ließ mit der Zeit nach. Schmerzmittel nahm Elke Tittel nur selten, denn sie wollte ihren Alltag möglichst ohne Medikamente bewältigen. „Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch und versuche immer, das Gute zu sehen. Deshalb wollte ich auch möglichst lange ohne Operation auskommen.“

Schließlich waren beide Knie von einer hochgradigen Arthrose betroffen. Die Schmerzen nahmen zu, die Beweglichkeit ließ immer weiter nach und auch Achsfehlstellungen hatten sich bereits entwickelt. Bei einem Beratungsgespräch in einer anderen Klinik erfuhr Elke Tittel, dass die beiden Knie – wie in den meisten Fällen üblich – in zwei getrennten Operationen ersetzt werden würden. Für sie kam das jedoch nicht infrage. „Ich wollte nicht zweimal alles durchmachen, was bedeuten würde: zwei Operationen, zwei Narkosen, zwei Reha-Maßnahmen und zweimal das Thromboserisiko.“ Über ihren Sohn, der im OP des Heinrich-Braun-Klinikums arbeitet, erfuhr sie, dass Prof. Dr. med. Eric Röhner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Leiter des Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung, in ausgewählten Fällen beide Kniegelenke in einer Operation ersetzt. Nach einem Zweitmeinungsgespräch mit dem Chefarzt und einer eingehenden Prüfung der medizinischen Voraussetzungen entschied sie sich gemeinsam mit ihm bewusst für diesen Weg.

Zwei Knie – ein Eingriff

Am 1. Oktober 2024 wurden beide Kniegelenke in einer Operation durch künstliche Gelenke ersetzt. „Vor der Operation war mir natürlich etwas flau im Magen. Das ist wahrscheinlich ganz normal. Wirkliche Angst hatte ich aber nicht.“ Für Prof. Dr. med. Eric Röhner ist die gleichzeitige Versorgung beider Knie eine gut überlegte Einzelfallentscheidung. „Der gleichzeitige Ersatz beider Kniegelenke in einer Operation kommt nur für ausgewählte Patienten infrage. Wenn die medizinischen Voraussetzungen und der allgemeine Gesundheitszustand stimmen, kann dieses Vorgehen Vorteile bieten, weil Krankenhausaufenthalt, Narkose und Rehabilitation nur einmal notwendig sind.“ Solche Eingriffe führt der Klinikchef allerdings nur wenige Male pro Jahr durch.

Bereits nach sieben Tagen konnte Elke Tittel das Krankenhaus verlassen. Zu Hause angekommen, war sie auf die Unterstützung ihres Mannes angewiesen. „Mein Mann hat mich in dieser Zeit großartig unterstützt. Allein wäre vieles deutlich schwieriger gewesen“, erinnert sie sich. Eine Bewegungsschiene sowie regelmäßige Eigenübungen halfen ihr dabei, Schritt für Schritt wieder beweglicher zu werden. 14 Tage nach der Operation begann sie ihre ambulante Rehabilitation in ihrer Heimat. Gemeinsam mit den Therapeuten arbeitete sie konsequent daran, Kraft und Beweglichkeit zurückzugewinnen.

Die Operation ist der Anfang

Schon Mitte Dezember konnte Elke Tittel wieder selbst Auto fahren. Anfang Januar trainierte sie bereits wieder in ihrem Fitnessstudio, das sie seit vielen Jahren regelmäßig besucht. „Ich habe alles so umgesetzt, wie Ärzte und Therapeuten es empfohlen haben. Man muss selbst aktiv bleiben – das ist ganz wichtig.“ Diese Erfahrung bestätigt auch Prof. Dr. Röhner. „Die Operation allein führt noch nicht zum Erfolg. Entscheidend ist, dass Patienten anschließend aktiv mitarbeiten. Physiotherapie, Muskelaufbau und regelmäßige Bewegung sind wesentliche Bausteine auf dem Weg zurück in einen aktiven Alltag.“

Heute trainiert Elke Tittel zwei- bis dreimal pro Woche im Fitnessstudio. Im Sommer zieht sie regelmäßig ihre Bahnen im Freibad Gößnitz. Ein Vorurteil wollte sie dabei gleich selbst überprüfen. „Viele sagen, mit einer Knieprothese könne man nicht mehr Brustschwimmen. Prof. Röhner hat zu mir gesagt: ‚Probieren Sie es einfach aus.‘ Genau das habe ich gemacht – und es funktioniert wunderbar.“ 

Rückblickend ist sich Elke Tittel sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Ich würde beide Knie wieder in einer Operation ersetzen lassen. Für mich war das genau der richtige Weg.“

Patiententag informiert über modernen Gelenkersatz

Wer wie Elke Tittel damals vor der Entscheidung für einen Gelenkersatz steht oder sich zunächst umfassend informieren möchte, hat dazu am Mittwoch, dem 2. September 2026, Gelegenheit. Die Klinik für Orthopädie des Heinrich-Braun-Klinikums lädt Patienten, Angehörige und Interessierte zum Patiententag „Moderner Gelenkersatz im Jahr 2026 – Update Knie- und Hüftendoprothetik“ von 16.00 bis 18.00 Uhr in den Bürgersaal des Rathauses Zwickau ein.

Chefarzt Prof. Dr. med. Eric Röhner informiert darüber, wie sich Arthrose vorbeugen lässt und welche Behandlungsmöglichkeiten heute dem aktuellen medizinischen Standard entsprechen. Darüber hinaus gibt das Rehazentrum Zwickau am HBK Einblicke in die Physiotherapie nach einer Hüft- oder Knieprothese. Vor und nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, mit den Referenten, Industriepartnern und Hilfsmittelversorgern ins Gespräch zu kommen und individuelle Fragen zu stellen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Ansprechpartner

Klinik für Orthopädie


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