Darmkrebszentrums erhält erneut Zertifikat

12.08.2019

Im Juni wurde das Darmkrebszentrum des Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikums erfolgreich auf den Prüfstand gestellt. Mit dem kürzlich erhaltenen Zertifikat haben Fachexperten dem HBK wiederholt die exzellente Versorgungsqualität von Darmkrebspatienten nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) bestätigt.

Das zertifizierte Darmkrebszentrum am HBK ist erste Anlaufstelle für Patienten ...
2019 wurde das Darmkrebszentrum erneut erfolgreich rezertifiziert.

Als einzige Einrichtung in Westsachsen erfüllt das Darmkrebszentrum am HBK erneut die hohen Anforderungen der DKG und ist damit erste Anlaufstelle für Patienten mit Krebserkrankungen aller Stadien im Bereich des Dick- und Enddarms. Den Betroffenen werden eine individuelle Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Darmkrebs geboten. „Wie aktuelle Untersuchungen belegen, haben Patienten hinsichtlich der Behandlungsergebnisse deutliche Vorteile, wenn sie in einem zertifizierten Darmkrebszentrum versorgt werden. Denn in diesen Einrichtungen werden alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen nur durch entsprechend geschulte und routinierte Fachleute durchgeführt“, hält Dr. med. Ralf Schaub, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin IV (Gastroenterologie, Hepatologie und Allgemeine Innere Medizin) und Leiter des Darmkrebszentrums die Vorteile fest. Bei der im Juni erfolgten dritten Rezertifizierung hoben die unabhängigen Prüfer speziell den sehr hohen Erfüllungsgrad der fachlichen Anforderungen sowie den hervorragenden Gesamteindruck des Zentrums hervor. „Die erneute Auszeichnung ist nicht nur Qualitätssiegel für unsere Patienten, sondern auch Lob an alle Mitarbeiter des Zentrums und Honorierung der engagierten sowie qualitativ hochwertigen Arbeit jedes Einzelnen“, so der Chefarzt. In Sachsen gibt es neben dem Zwickauer Darmkrebszentrum elf weitere Einrichtungen, die nach den Richtlinien der DKG zertifiziert sind, die sich in Chemnitz, Borna, Leipzig und Dresden befinden.
 

Die Behandlung im zertifizierten Darmkrebszentrum
Das Zwickauer Darmkrebszentrum versorgt jährlich über 120 Patienten mit Krebserkrankungen des Dick- und Enddarms. Um diesen Patienten einen optimalen Behandlungsrahmen bieten zu können, arbeitet das zertifizierte Zentrum auf Basis von nationalen sowie internationalen Leitlinien und wissenschaftlichen Forschungsdaten. Insbesondere die hohen Qualitätsstandards bei den durchzuführenden Operationen, Chemotherapien und Strahlenbehandlungen grenzen sich von denen außerhalb eines Zentrums ab. Jeder einzelne Erkrankungsfall wird klinikübergreifend in den wöchentlichen Tumorboards diskutiert. Über diagnostische und therapeutische Maßnahmen entscheiden u. a. Gastroenterologen, Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten des HBK, zusammen mit niedergelassenen Hausärzten sowie Internisten, die die Nachsorge nach den stationären Aufenthalten gewährleisten. Während des Klinikaufenthaltes und bei der Nachsorge sind eine spezielle onkologische Pflege sowie psychoonkologische, seelsorgerische und sozialdienstliche Betreuung unerlässlich. Hinzu kommt die umfangreiche Aufklärung über das Krankheitsbild sowie die mögliche Stomaversorgung und Abklärung einer vererbten Veranlagung für eine Darmkrebserkrankung. Im Bedarfsfall wird die palliativmedizinische Versorgung im ambulanten sowie stationären Bereich in Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin) abgedeckt. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit ansässigen Selbsthilfegruppen. Somit steht das Darmkrebszentrum während des gesamten Behandlungsverlaufes und darüber hinaus als starker Partner an der Seite der Betroffenen.
 

Seit 2010 versorgt das Darmkrebszentrum die Patienten auf höchstem Niveau
Die Erstzertifizierung des Darmkrebszentrums am Heinrich-Braun-Klinikum, Standort Zwickau, erfolgte im Jahr 2010. Die Zertifizierung soll bundesweit einheitliche Qualitätsstandards in der Versorgung von Patienten mit Darmkrebs gewährleisten. Um sich als zertifiziertes Darmkrebszentrum ausweisen zu dürfen, müssen viele Voraussetzungen erfüllt werden. Neben der Behandlungsqualität werden die Einrichtungen auf die Expertise und Zusammenarbeit der beteiligten Fachabteilungen geprüft. Die regelmäßige Weiterbildung und Schulung der behandelnden Mitarbeiter sind ebenso integrativer Bestandteil wie auch Informationsveranstaltungen für Patienten und Fortbildungsangebote für niedergelassene Ärzte sowie Kooperationspartner innerhalb des Darmkrebszentrums. Ob ein Zentrum die apparativen, personellen sowie qualitativen Voraussetzungen einhält, wird jährlich durch externe Fachexperten überprüft. Alle drei Jahre wird zur Zertifikatsverlängerung (Rezertifizierung) eine nochmals intensivere Prüfung durchgeführt. „Bei der diesjährigen Rezertifizierung waren die Prüfer von unserer Versorgungsqualität so überzeugt, dass uns in Aussicht gestellt wurde, die unterjährigen Zwischenüberprüfungen in größeren Abständen durchzuführen bzw. diese ganz auszusetzen. Egal wie die Entscheidung zu den jährlichen Prüfverfahren ausfällt, das Darmkrebszentrum wird weiterhin die Versorgungsqualität hochhalten und für die Region eine interdisziplinäre Anlaufstelle auf höchstem Niveau bieten“, so Zentrumsleiter Dr. med. Schaub.
 

Das Krankheitsbild im Detail
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsursache bei Frauen wie Männern in Deutschland. Das Krebsregister des Robert Koch-Institutes vermerkt jährlich etwa 62.000 Neuerkrankungen. Im Allgemeinen versteht man unter dem Begriff Darmkrebs eine Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Enddarms (Rektumkarzinom). Zusammenfassend werden sie als kolorektales Karzinom bezeichnet. Der Begriff Karzinom kennzeichnet dabei Krebserkrankungen, die vom Deckgewebe der Haut oder Schleimhaut ausgehen – in diesem Fall von der Schleimhaut des Dickdarms. Eine Krebserkrankung des Dünndarms ist hingegen selten, ebenso wie die Krebserkrankung der Afterregion (Analkarzinom). Kolorektale Karzinome verursachen anfangs kaum Symptome. Im späteren Krankheitsverlauf sind Blut im Stuhl, dauerhafte Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung sowie Blutarmut oder Gewichtsverlust Anzeichen für eine Erkrankung. Die Karzinome entstehen fast immer aus gutartigen Darmpolypen. Daher gibt es in Deutschland ein festgelegtes Früherkennungsprogramm, welches verschiedene Untersuchungen zu bestimmten Zeitpunkten und Risikogruppen vorsieht. So empfiehlt es sich, ab dem 50. Lebensjahr in einem kontinuierlichen Rhythmus von zehn Jahren eine vollständige Darmspiegelung (Koloskopie) vorzunehmen. Sollten Darmkrebserkrankungen in der Familie bekannt sein, bieten sich noch engmaschigere Untersuchungen vor dem 50. Lebensjahr an.



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