Angehende Gynäkologin aus Zwickau erhält Heinrich-Braun-Förderpreis

26.03.2019

Bereits zum 10. Mal wurde auf dem Zwickauer Ärzteball, der in diesem Jahr am Samstag des 23. März stattfand, der Heinrich-Braun-Förderpreis verliehen. Die Medizinische Gesellschaft Zwickau honoriert so zusammen mit dem HBK und der Zwickauer Kreisärztekammer kontinuierlich das wissenschaftliche Engagement junger Mediziner.

Dr. med. Ralf Schaub, Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Zwickau e. V., ...

Um die Weichen für den medizinischen Fortschritt zu stellen, sind innovative Ideen essenziell. Deshalb vergibt die Medizinische Gesellschaft Zwickau gemeinsam mit dem Heinrich-Braun-Klinikum sowie der Kreisärztekammer Zwickau jährlich den Heinrich-Braun-Förderpreis. Dieser richtet sich vordergründig an junge Mediziner, die wissenschaftlich tätig sind. Zudem können Kollegen ausgezeichnet werden, die sich im besonderen Maße in der medizinischen Fort- und Weiterbildung engagiert haben.

Dieses Jahr überzeugte Dr. med. Luise Kochs die Jury, ehemalige Assistenzärztin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des HBK am Standort Zwickau. Die diesjährige Preisträgerin setzte sich mit dem Thema „Klinische Verlaufsdokumentation einer definitiven Radiochemotherapie bei lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom, UICC III B“ auseinander. Das Zervixkarzinom, auch als Gebärmutterhalskrebs bekannt, ist nach dem Endometriumkarzinom (Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut) der zweithäufigste bösartige Genitaltumor und nach Mammakarzinom (Brustkrebs), kolorektalem Karzinom (Darmkrebs) und Endometriumkarzinom der vierthäufigste bösartige Tumor der Frau. Das Robert Koch-Institut weist für das Jahr 2014 etwa 4.500 Neuerkrankungen für die Bundesrepublik aus. Trotz des gesetzlichen Früherkennungsprogramms mit der Möglichkeit eines jährlichen Zellabstrichs vom Gebärmutterhals und dem Angebot zum HPV-Test werden Tumoren häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Essenziell für die Auswahl einer optimalen Behandlung ist dabei die enge interdisziplinäre Kooperation zwischen Gynäkologen und Strahlentherapeuten. In der eigens für den Wettbewerb um den Heinrich-Braun-Förderpreis erstellten Forschungsarbeit beschrieb die angehende Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am praktischen Beispiel die Therapie und den klinischen Verlauf sowie erste Nachsorgeuntersuchungen, die die Wirksamkeit der Radiochemotherapie darstellen.

Durch die Förderpreis-Jury wurde mehrheitlich bestätigt, dass die Arbeit von Dr. med. Kochs den Anforderungskriterien der wissenschaftlichen Arbeitsweise entspricht, dem Statut der Heinrich-Braun-Förderpreis-Verleihung genügt und der Beitrag auch eine medizinische Bedeutung für die Allgemeinheit hat. Die Arbeit wurde in die Preiskategorie B eingestuft und mit einem Preisgeld von 1.000 € bewertet. Nach entsprechender Überarbeitung als Poster sollen die Inhalte auf dem 36. Zwickauer Onkologie-Symposium am 30.03.2019 präsentiert werden.

Der Heinrich-Braun-Förderpreis im Detail
Der Förderpreis kann prinzipiell in zwei Kategorien vergeben werden, einer Kategorie A  mit Arbeiten, die aus direkten Studien oder aber Dissertationsauskopplungen resultieren, sowie einer Kategorie B mit Falldarstellungen, Abstracts und Poster- Arbeiten. So sollen unterschiedlich angelegte und schwer vergleichbare Publikationen und Beiträge einer jeweils gesonderten Bewertung zuführbar sein. Die Gesamtsumme von bis zu 2.000 € pro Jahr wird von der Medizinischen Gesellschaft Zwickau, dem Heinrich-Braun-Klinikum sowie der Medizinischen Gesellschaft Zwickau jeweils anteilig zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wird dem Preisträger neben einer Urkunde eine Medaille aus Meissener Porzellan mit dem Konterfei des Namensgebers Heinrich Braun ausgereicht. Die Beurteilung der bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres eingereichten Arbeiten wird von einer Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden der Medizinischen Gesellschaft, dem Ärztlicher Direktor des HBK, je einem weiteren fachbezogenen Chefarzt aus der Gesellschaft und dem HBK, einem niedergelassenen Kollegen aus der Medizinischen Gesellschaft sowie einem medizinischen Laien, vorgenommen.

Sie sind neben Ihrer praktischen Tätigkeit wissenschaftlich engagiert?
Lassen Sie uns daran teilhaben!

Jeder Mediziner bis zum vollendeten 40. Lebensjahr, der eine Tätigkeit an einem regionalen Krankenhaus oder in eigener Niederlassung in der Region ausübt, kann sich mit seiner Arbeit bewerben. Diese muss den formalen Anforderungen und Kriterien der wissenschaftlichen Arbeitsweise, welche die Medizinische Gesellschaft Zwickau e. V. definiert hat, entsprechen.
Einsendeschluss für die noch nicht publizierte Arbeit ist jeweils der 31. Dezember, adressiert an die Medizinische Gesellschaft Zwickau.

Weitere Informationen zum Heinrich-Braun-Förderpreis sowie zu den Anforderungen zur Einreichung erhalten Sie online unter www.medizinische-gesellschaft-zwickau.de/foerderpreis sowie hier auf unserer Website.


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