Neurologie-Chefarzt und Rechtsanwältin erläuterten medizinische sowie rechtliche Aspekte bei Multiple Sklerose

18.02.2019

Zum wiederholten Mal fand am Mittwoch, dem 13. Februar 2019 der Patiententag zum Thema Multiple Sklerose am Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum statt. Veranstaltet wurde der Informationstag von der Klinik für Neurologie und dem Sächsischem Landesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft mit Unterstützung von zahlreichen Ausstellern. Der Einladung folgten über 80 Interessierte.

Über 80 Besucher zählte der Multiple Sklerose-Patiententag.
Zahlreiche Informationsstände boten zusätzlich die Möglichkeit, sich über ...
Der Gang zum Veranstaltungsraum im Haus 6 war bereits vor offiziellem Veranstaltungsbeginn gut gefüllt. Viele Besucher nutzten das Angebot der Aussteller, sich in Gesprächen über das Krankheitsbild zu erkundigen und Infomaterial mitzunehmen. Um 15.30 Uhr eröffnete Dr. med. Stefan Merkelbach, Chefarzt der Klinik für Neurologie am HBK, die Vortragsreihe und ging auf die moderne Immun-Therapie ein. Der Mediziner stellte neue Medikamente vor und erklärte deren Chancen und Risiken. Zudem ging der Facharzt für Neurologie auf bestehende Heilmittel und die Basistherapie, beruhend auf 20 Jahren Erfahrung, ein. Zum Ende seines Vortrages gab Chefarzt Merkelbach noch einen kleinen Ausblick, wie es momentan in der Forschung vorangeht und welcher neue Ansatz verfolgt wird – nämlich die Rolle von Darmbakterien und deren Wirkung auf die Krankheit. „Bei jedem Patienten muss immer die individuelle Therapie zwischen Arzt und Patient besprochen werden“, hält er fest. „Multiple Sklerose wird auch als ‚Krankheit mit den 1.000 Gesichtern‘ bezeichnet, da Krankheitsverlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg bei jedem Patienten unterschiedlich ist.“

Im zweiten Teil des Patiententages hielt Rechtsanwältin Marianne Moldenhauer, die extra aus Baunatal in Hessen angereist ist, einen Vortrag über das Arbeits- und Sozialrecht speziell für Betroffene von Multiple Sklerose. Die Expertin erläuterte, welche Möglichkeiten Patienten haben, um ihre Beeinträchtigungen ausgleichen zu können. Dabei wies sie die Besucher darauf hin, dass Betroffene ihre Ansprüche bei Behörden oder Krankenkassen selbst beantragen und geltend machen müssen. „Gute Kenntnisse und Vorbereitung auf den zu stellenden Antrag ist genauso wichtig wie eine gute Zusammenarbeit mit dem behandelnden Neurologen. Dabei zählt das Motto: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!“, hält die Juristin fest. „Jeder Antrag ist mit bürokratischen Hindernissen verbunden, dazu zählen zum Beispiel die nicht sofortige Genehmigung oder Nachfragen durch die Institution. Dennoch lohnt es sich, an seinem Anliegen festzuhalten und gegebenenfalls bei Rechtsanwälten oder dem Sozialdienst Unterstützung zu holen.“

Nach zwei informativen Stunden mit bereits rege gestellten Fragen folgte abschließend die allgemeine Fragerunde an die beiden Referenten. Mit einem Dank an die Besucher und Unterstützer von Chefarzt Dr. med. Stefan Merkelbach neigte sich der umfangreiche Patiententag dem Ende zu.


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