Ärzte und Experten klärten über krankhaftes Übergewicht auf

12.02.2019

Beim Adipositas-Patiententag informierten am Samstag, dem 9. Februar 2019 die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie mit Kinderchirurgie des Heinrich-Braun-Klinikums gemeinsam mit der Medizinischen Gesellschaft Zwickau sowie dem Adipositas-Netzwerk Zwickau über das Krankheitsbild. Der Einladung in den Bürgersaal des Zwickauer Rathaus folgten über 100 Interessierte, welche den Vorträgen aufmerksam folgten und rege das individuelle Gespräch mit den Referenten sowie Ausstellern suchten. Ein Hingucker beim Patiententag war die Foto-Wanderausstellung SCHWERE[S]LOS.

Die begleitende Fotoausstellung SCHWERE[S]LOS zeigte mit 26 Aufnahmen, wie ...
Bernd Meyer, Bürgermeister Dezernat Finanzen und Ordnung, hielt das Grußwort ...
Dr. med. Maximilian Freiherr von Feilitzsch, Chefarzt der Klinik für ...
Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe-Adipositas Zwickau (v.l.n.r.: Bianca ...
Viele Gäste suchten vor und nach den Vorträgen die Ausstellerstände auf und ...
Bereits vor offiziellem Beginn war der Vorraum des Bürgersaals gut gefüllt. Viele Besucher begutachteten die Ausstellung SCHWERE[S]LOS und diskutierten die Darstellungen, welche das Leben von adipösen Menschen und deren Umgang mit der Krankheit zeigt. Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete Dr. med. Maximilian Freiherr von Feilitzsch, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie mit Kinderchirurgie am HBK, die zweistündige Patienten-veranstaltung. Hierbei stellen Experten in Vorträgen wissenswerte Aspekte zum Thema Ernährung und Bewegung vor, gingen auf das Diabetesrisiko bei Adipositas ein, und informierten über operative Möglichkeiten.

Was es bedeutet, den Kampf gegen die krankhafte Fettleibigkeit gewonnen zu haben, darüber sprach Bianca Reimling, Leiterin der Adipositas-Selbsthilfegruppe Zwickau. Zusammen mit Corry Stitz stellten sie ihre Arbeit vor und zeigten auf, wie sie Betroffene unterstützen können. Dabei gingen die beiden ‚trockenen Adipösen‘, wie sie sich selbst beschreiben, auf ihre eigenen Krankheitsgeschichten ein, stellten den schweren Weg, der hinter ihnen liegt, vor und welche Auswirkungen dieser auf ihren Körper sowie Psyche hatte. „Viele Menschen denken nach einer magenverkleinernden Operation ist alles gut, doch ist dies nur ein Teil einer umfassenden Behandlung. Kontinuierlicher Sport und eine ausgewogene Ernährung sind genauso wichtig, wie die Behandlung möglicher Begleiterkrankungen wie Sodbrennen und Depression. Zudem muss nach hohem Gewichtsverlust auch eine Rekonstruktion der Haut erfolgen“, hält Bianca Reimling während ihres Vortrages fest.

An zahlreichen Ausstellerständen hatten die Besucher zusätzlich die Möglichkeit, sich rund um das Thema Adipositas zu informieren und mit den Partnern des Adipositas-Netzwerkes auszutauschen. Die Experten gaben im individuellen Gespräch wertvolle Tipps zu Ernährung, Selbsthilfeangeboten und chirurgischen Eingriffen. „Mit der heutigen Veranstaltung wollten wir gegen eine Stigmatisierung von Menschen mit Adipositas wirken, Maßnahmen zu einem gesunden Körpergewicht vorstellen und damit Betroffene informieren und unterstützen“, hält Chefarzt Dr. med. Freiherr von Feilitzsch fest. „Dabei zeigt die positive Resonanz der Besucher deutlich, wie wichtig solche Informations-veranstaltungen sind. Sei es als Anlaufpunkt für Betroffene und Angehörige oder Informationsmedium zur Prävention. Auch die begleitende Fotoausstellung regt zum Nach- sowie Umdenken an. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir diese ab dem 14.02.2019 auch bei uns im Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum der Öffentlichkeit zeigen können.“

Ausstellung SCHWERE[S]LOS im Zwickauer Rathaus  und  HBK
Vom 6. bis 13. Februar 2019 war im Foyer des Bürgersaals die Foto-Wanderausstellung SCHWERE[S]LOS zu sehen, anschließend ist diese noch bis zum 22. Februar 2019 im Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum (Haus 4, EG) aufgebaut. Die 26 Fotoaufnahmen sind aus einem Wettbewerb hervorgegangen. Interessierte sind herzlich eingeladen, die kostenfreie Ausstellung zu besuchen und Wissenswertes über das krankhafte Übergewicht zu erfahren.
Die Aufklärungskampagne SCHWERE[S]LOS soll gesellschaftliche Diskussionen und Veränderungen anstoßen. Ins Leben gerufen wurde sie gemeinsam von der Krankenkasse DAK-Gesundheit und dem Gesundheitskonzern Johnson & Johnson Medical GmbH. Die Ausstellung appelliert an die Politik, die Ärzteschaft, die Betroffenen und jeden Einzelnen von uns, sich mit Adipositas zu beschäftigen und Vorurteile abzubauen. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier: www.dak.de/

Zum Krankheitsbild
Fettsucht, Fettleibigkeit oder krankhaftes Übergewicht – diese Bezeichnungen stehen für Adipositas, eine chronische Erkrankung, welche die Gesundheit durch erhöhten Körperfettgehalt nachweislich schädigt. Es ist also nicht nur ein rein optisches Problem, viel mehr kann die Krankheit zu schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen führen und die Lebensqualität einschränken oder die Lebenszeit gar verkürzen. Adipositas ist eine Volkskrankheit. Die Zahl der Menschen mit krankhaftem Übergewicht hat in den vergangenen Jahren zugenommen – mit steigender Tendenz. Nach Angaben des Weißbuches Adipositas (2016) sind etwa ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland von der Erkrankung betroffen, ab einem Alter von 60 Jahren ist sogar mehr als ein Drittel als adipös zu bezeichnen. Anhand des Body-Mass-Index (BMI), der das Verhältnis zwischen dem Körpergewicht und der Körpergröße aufzeigt, grenzen Mediziner die Bedrohlichkeit des Übergewichtes ab. Beträgt der BMI mehr als 25, ist aber noch kleiner als 30, handelt es sich um Übergewicht – ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas. Steigt der BMI, erhöht sich nicht nur das Risiko, an Fettleibigkeit zu erkranken, auch Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen oder Depressionen können vermehrt auftreten. Die Ursachen für Übergewicht und Adipositas sind vielfältig: Der persönliche Lebensstil, also die Ernährung und die Bewegung, spielen genauso eine große Rolle wie auch psychische Faktoren, die Auslöser sein können, um bestimmte Essgewohnheiten herbeizuführen.


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