Schneller und sicherer – die voll automatisierte Medikamentenkommissionierung

04.02.2019

Das APEK-Versorgungszentrum des Heinrich-Braun-Klinikums am Standort Zwickau verfügt seit Neuestem über ein voll automatisiertes Kommissioniersystem für die Ein- und Auslagerung von Arzneimitteln, das die Bearbeitung der Medikamentenbestellungen aller medizinischen Bereiche unterstützt. Durch die technische Neuerung können Medikamentenbestellungen schneller bearbeitet werden und sind zugleich nach den neusten EU-Sicherheitsvorschriften (securPharm) geprüft. Somit werden Patienten in der legalen Lieferkette zwischen Hersteller, Großhandel und den Apotheken vor Arzneimittelfälschungen geschützt.

1. Der Arbeitsprozess des Medimaten beginnt mit der Medikamenten-einlagerung. ...
2. Über Förderbänder werden die Arzneimittelpackungen einzeln für den ...
3. Mittels Greifarm und Sauger wird jede einzelne Medikamentenpackung in die ...
4. In der Scanstation erfassen mehrere Kameras und Sensoren die ...
5. Anschließend wird die Medikamentenpackung im Innenraum des Medimaten ...
6. Häufig abgeforderte Medikamente werden von den Lagerflächen der Medimaten ...
7. Zum Ende des Systems werden die Medikamente in BITO-Boxen mit Barcode ...
Das APEK-Versorgungszentrum, bestehend aus Krankenhaus-apotheke und zentralem Einkauf, versorgt das gesamte Klinikum sowie die Medizinischen Versorgungszentren der HBK-Poliklinik mit Investitions- und Verbrauchsgütern. Angefangen vom Analgetikum bis hin zur Zentrifuge regelt die Abteilung die Anschaffung, Einlagerung sowie Verteilung verschiedenster Güter. So werden zur Patientenversorgung tagtäglich auch Tausende Einheiten an Medikamenten benötigt. Um diesen Bestellprozess weiter zu optimieren, wurde ein voll automatisiertes Kommissioniersystem für die Ein- und Auslagerung von Arzneimitteln europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag hat die Firma Omnicell erhalten. Die Anlage übernimmt vollautomatisch die Abwicklung von Einlagerung, Zustandsprüfung und Ausgabe von rund 85 % des gesamten Medikamentenbestandes der Krankenhausapotheke. Insgesamt verfügt das System über eine Maximallagerkapazität von 48.000 Standardpackungen.

„Wir sind froh über diese technische Neuerung. Das Kommissioniersystem ist eine wirkliche Arbeitserleichterung“, hält Chefapotheker Dipl.-Pharm. Matthias Schmiedel, Leiter des APEK-Versorgungszentrums, fest. „Bisher mussten die Mitarbeiter alle Bestellungen anhand von gedruckten Listen kommissionieren und im Lager händisch zusammenstellen. Der Automat schafft es, in Volllast rund 2.000 Packungen pro Stunde auszugeben – ein Mensch kann im Vergleich nur etwa 200 bis 300 Packungen pro Stunde zusammenstellen.“ Die wenigen Produkte, die nicht über das Kommissioniersystem verwaltet werden können, bearbeiten die Mitarbeiter über PDAs mit integriertem Scanner. Wie bei einem Smartphone kann dort über eine App alles sofort elektronisch erfasst werden, wodurch händisches Nachpflegen von Bestellungen entfällt. „Zudem müssen wir ab dem 9. Februar 2019 alle Medikamente auf Echtheit nach SecurPharm-Standard prüfen“, ergänzt der Apotheker. „Dies erfolgt im Heinrich-Braun-Klinikum bereits jetzt. Somit entsprechen wir schon heute den neuen Vorschriften und können eine noch höhere Sicherheit bei ausgegebenen Medikamenten gewährleisten. Damit schützen wir unsere Patienten in der legalen Lieferkette vor Arzneimittelfälschungen.“

Kommissioniersystem und Ablauf im Detail

Die Kommissionieranlage gliedert sich in mehrere Kernsysteme. Das Herzstück sind die beiden Medimaten. Auf einer Gesamtlänge von 20 Metern und einer Höhe von drei Metern verrichten die Greifer ihre Arbeit. Die Vorteile durch das neue System sind vielfältig und beginnen bereits bei der Wareneingangsprüfung. Die gelieferten Medikamente werden von den Medimaten voll automatisiert erfasst, in der Scanstation kontrolliert und nach dem Prinzip der dynamischen Lagerhaltung in die Medimaten eingelagert. Dazu werden die Medikamente in die Fill-in-Box gegeben, folgend ziehen sich die Medimaten Packung für Packung und sortieren diese im Lagerraum ein. Zur Produktprüfung bedient sich das System dabei hochmoderner Kameras und Sensoren, welche die Packungen scannen und vermessen. Dabei werden neben den Abmaßen der Packungen auch Haltbarkeitsdatum, Charge und Seriennummer erfasst. Die Daten werden für eine spätere Kontrolle im System gespeichert und der Abgleich mit den NGDA-Servern (Netzgesellschaft Deutscher Apotheker) auf Echtheit nach SecurPharm-Standard durchgeführt.

Unterstützend zu den Medimaten verfügt die Anlage über zwei Speedboxen, welche die Arzneimittelausgabe zusätzlich beschleunigen. Das System ermittelt selbstständig die am häufigsten benötigten Präparate und lagert diese in den Speedboxen ein. So können rund 4.000 Packungen geschwindigkeitsoptimiert ausgelagert werden. Durch die neue Technologie wurde die Versorgungskaskade des Hauses weiter optimiert. Die Medikamentenbestellungen aus den Kliniken werden vollkommen elektronisch angenommen und automatisiert abgewickelt. Mithilfe des Kistenentstaplers werden selbst die benötigten sogenannten BITO-Boxen für die Zuteilung der Medikamente automatisiert bereitgestellt. Zur Sendungsverfolgung sind die BITO-Transportboxen mit Barcodes versehen. So kann später die Zuordnung über das Logbuch-System erfolgen. In der Endstrecke werden zu den maschinell fertiggestellten Produkten noch nichtautomatenfähige Präparate händisch hinzugefügt. Vor Auslieferung wird die Bestellung scannergestützt und unter Verantwortung eines Apothekers kontrolliert.

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