Qualität in der Gelenkersatzbehandlung erneut bescheinigt – EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung rezertifiziert

24.01.2019

Die Klinik für Orthopädie erhält erneut das Gütesiegel „EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung“. Externe Prüfer bestätigen wiederholt die sehr hohe Qualität in der Endoprothesenversorgung nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Damit besitzt die Zwickauer Einrichtung weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Chefarzt Dr. med. Lutz Engelmann zeigt anhand einer Röntgenaufnahme, wo die ...
Qualität bescheinigt: Das EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung des HBK ...

Altersbedingte Veränderungen, Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen die Abnutzungen in menschlichen Gelenken. Als Folge können schmerzhafte Knorpel- und Knochenverschleißerscheinungen auftreten. Schaffen konservative Methoden keine Abhilfe der Beschwerden, bleibt nur noch der operative Gelenkersatz, um Schmerzen zu lindern, Funktionen wiederherzustellen und somit die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern. Im Jahr 2017 wurden laut dem Deutschen Endoprothesenregister etwa 448.000 endoprothetische Eingriffe an Knie und Hüfte durchgeführt. Etwa 655 Patienten davon wählten für ihren Eingriff die Klinik für Orthopädie am Standort Zwickau des Heinrich-Braun-Klinikums. Dabei blickt die Einrichtung auf einen langen Erfahrungsschatz zurück: Bereits seit 1984 werden Hüftendoprothesen eingesetzt, 1993 wurde das Leistungsspektrum um die Knieendoprothesen erweitert.

Neben den langjährigen Erfahrungen der Klinik profitiert das EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung von dem Know-how von zwei Senior-Hauptoperateuren sowie mittlerweile fünf Hauptoperateure. In Kombination mit innovativen Techniken kann das Zentrum den hohen Anforderungen einer modernen Endoprothetikversorgung gerecht werden. „Patienten, die bei uns ein künstliches Gelenk erhalten, weisen oftmals eine längere Behandlungshistorie auf. Diese beginnt häufig mit Bewegungstherapie, unterstützt durch Bandagen, Salben und weiteren Medikamenten. So stellt sich größtenteils eine Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit ein. Doch wenn die konservativen Therapien nicht mehr ausreichen, kann am Ende der Behandlungskette ein Gelenkersatz zum gewünschten Erfolg verhelfen“, so Dr. med. Lutz Engelmann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Leiter des EndoProthetikZentrums der Maximalversorgung. „Mit der heutigen Vielfalt an Endoprothesen können wir den speziellen Patientenbedürfnissen noch besser gerecht werden. Selbst Wandern und diverse Sportarten – eine gleichmäßige Belastung vorausgesetzt – sind mit dem neuen Gelenk kein Problem mehr“, ergänzt der Chefarzt, der zu einem der Senior-Hauptoperateure im Zentrum gehört und im Jahr 2017 selbst über 170 Gelenkersatzoperationen durchführte.

Als zertifiziertes EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung steht die Behandlungsqualität stets im Fokus und zudem jährlich auf dem Prüfstand – zum Wohle der Patienten. „Um diesen hohen Ansprüchen und der steigenden Fallzahl gerecht zu werden, wurden seit 2015 zwei weitere Hauptoperateure in das Zentrum eingebunden“, so Dr. med. Lutz Engelmann. „Alle unsere Mitarbeiter müssen spezielle Aus- und Weiterbildungen absolvieren, beispielsweise müssen die Senior-Hauptoperateure über die Zusatzweiterbildung ‚spezielle orthopädische Chirurgie‘ verfügen. Zudem sind die Senior- und Hauptoperateure zum jährlich Nachweis von einer Mindestzahl an endoprothetischen Eingriffen verpflichtet. Damit können unsere Patienten darauf vertrauen, dass die Gelenkersatzoperationen von besonders qualifizierten und erfahrenen Experten durchgeführt werden.“ Fortschritte in der Kunstgelenkversorgung werden heutzutage weniger durch Materialneuheiten erzielt, sondern maßgeblich durch verbesserte Struktur- und Prozessqualität in den operierenden Einrichtungen. So ist die enge Zusammenarbeit der Fachbereiche im Klinikum ein Kriterium für die besonders gute Gelenkersatztherapie. Der gesamte Behandlungsprozess erfolgt standardisiert und auf höchstem Sicherheitsniveau – von der ausgiebigen Planung des Eingriffes im Vorfeld bis zur Physiotherapie im Nachgang – wobei die individuellen Bedürfnisse des Patienten jederzeit Berücksichtigung finden. „Die ersten Bewegungsübungen werden bereits am ersten bis dritten Tag nach der Operation aufgeführt. Mit der frühen Mobilisierung schafft man eine schnelle Rehabilitation, sodass die eingesetzten Gelenke nach etwa sechs Wochen schmerzfrei und vollbelastbar sind“, ergänzt Dr. med. Lutz Engelmann.
 
Gütesiegel bietet Orientierung für Patienten
Doch woran erkennt der Patient, welche Einrichtung nachweislich über eine hohe Versorgungsqualität verfügt? Zu diesem Zweck hat die Fachgesellschaft Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) im Jahr 2010 das Gütesiegel EndoProthetikZentrum entwickelt. Dabei prüft eine unabhängige Zertifizierungsstelle (ClarCert) die Einhaltung von einheitlich definierten Kriterien. Entscheidende Faktoren sind beispielsweise die Anzahl der Gelenkersatzoperationen, die personelle, räumliche und technische Ausstattung der Klinik sowie die aktive Aus-, Fort- und Weiterbildung des Personals.

Das Zertifikat unterscheidet in zwei Arten von Zentren: dem EndoProthetikZentrum und dem EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung. Als Klinik mit der höchsten Stufe „Maximalversorgung“ garantiert das Zwickauer Klinikum, dass binnen eines Kalenderjahres mindestens 200 Versorgungen an der Klinik durchgeführt werden. Dies gewährleistet, dass mögliche Probleme in der Versorgung aufgrund des Erfahrungsschatzes bewältigt werden können. Zudem erfolgen Gelenkersatzoperationen nur unter Beteiligung eines sogenannten Senior- oder Hauptoperateurs. Sie absolvieren jährlich mindestens 100 (Senior) bzw. 50 (Hauptoperateur) Knie- oder Hüft-Endoprothetik-Eingriffe und verfügen somit über einen besonders großen Erfahrungsschatz.


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