Rezertifizierung des überregionalen Traumazentrums am Standort Zwickau sowie des lokalen Traumazentrums am Standort Kirchberg

05.11.2018

Die beiden Traumazentren des Heinrich-Braun-Klinikums wurden erneut erfolgreich von externen Prüfern nach den Maßstäben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) auf den Prüfstand gestellt und ausgezeichnet. Damit wird dem HBK einmal mehr die hohe Qualität in der Schwerverletztenversorgung bestätigt.

Die kürzlich überreichten Zertifikate der DGU bestätigen dem HBK einmal mehr ...
Zertifikat: überregionales Traumazentrum am Standort Zwickau
Zertifikat: lokales Traumazentrum am Standort Kirchberg

Ein Crash auf der Autobahn, ein Sturz vom Dach oder ein Zusammenprall auf der Skipiste – Unfälle können sich zu jeder Zeit und an jedem Ort ereignen und auch jeden treffen. Nach solchen Unfallereignissen zählt bei der Versorgung schwer- sowie schwerstverletzter Patienten jede Minute. Mithilfe der Traumazentren, die zusammen ein Traumanetzwerk bilden, soll gewährleistet werden, dass jeder Unfallpatient an jedem Ort in Deutschland zu jeder Zeit die gleichen Überlebenschancen hat. Im westsächsischen Raum ist das Heinrich-Braun-Klinikum mit seinen beiden Traumazentren dafür optimale Anlaufstelle – sowohl am Standort Zwickau als auch am Standort Kirchberg können sich Patienten auf hohe fachliche Kompetenzen in der Schwer- sowie Schwerstverletztenversorgung verlassen, was auch die kürzlich überreichten Zertifikate der DGU bestätigen. Je nach Schweregrad der Verletzung sowie räumliche Nähe erfolgt nach einem Unfall die Zuleitung in ein geeignetes Traumazentrum. Im Traumanetzwerk Westsachsen gibt es derzeit 31 zertifizierte lokale, regionale und überregionale Traumazentren. Der Zwickauer Standort des HBK übernimmt neben Chemnitz und Leipzig die Versorgungsstufe eines überregionalen Traumazentrums. Der Standort Kirchberg gehört zu den insgesamt 24 lokalen Traumazentren in Westsachsen.

Überregionales Traumazentrum bietet bestmögliche Versorgung von Schwerstverletzten
Im überregionalen Traumazentrum am Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum können Mehrfach- und Schwerverletzte, die ein komplexes oder seltenes Verletzungsmuster aufweisen, umfassend versorgt werden. Um dies zu ermöglichen, arbeiten alle Fachdisziplinen des Klinikums Hand in Hand. Besonders wichtig für die Notfallversorgung in der Region ist neben der Zulassung zum Schwerstverletzungsartenverfahren der Berufsgenossenschaften und der überregional zertifizierten Stroke Unit die mit dem neuen Sächsischen Krankenhausplan verankerte Neurochirurgie am HBK, mit der nun alle neurochirurgischen Erkrankungen ganzheitlich und vollständig behandelt werden können.

Mit der Rezertifizierung erfüllt der Standort erneut alle Anforderungen der DGU und ist verpflichtet, rund um die Uhr zwei mehrfach Schwerverletzte, egal mit welchem Verletzungsmuster, aufzunehmen. Zudem werden Schwerstverletzte aus lokalen und regionalen Traumazentren zur vollständigen Weiterbehandlung übernommen und noch während des Klinikaufenthaltes wird mit der Rehabilitation begonnen. Durch eine flächendeckende telemedizinische Kommunikation zwischen den Traumazentren ist eine schnelle Übermittlung von Bilddaten und anderen Informationen möglich. „Im Jahr 2017 haben wir insgesamt 160 schwerstverletzte Unfallpatienten versorgt“, betont Dr. med. Bernhard Karich, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin, der federführend die Zertifizierung leitete. „Das HBK ist nach wie vor das einzige zertifizierte überregionale Traumazentrum in Zwickau. Die nächsten Einrichtungen befinden sich in Chemnitz, Leipzig, Jena und Bayreuth.“

Die Versorgung der Patienten findet nach einheitlichen Richtlinien, dem sogenannten "Weißbuch Polytrauma" der DGU, statt. So müssen neben der fachlichen Kompetenz auch strukturelle, personelle und apparative Ressourcen vorhanden sein, so zum Beispiel ein Hubschrauberlandeplatz, ein Schockraum und eine Blutbank. Wichtig für die erneute Zertifizierung sind unter anderem die Teilnahme an fachspezifischen Fort- und Weiterbildungen, die Beteiligung an klinischen Studien sowie die Sicherung und Verbesserung der Versorgungsqualität im Rahmen externer und interner Qualitätssicherungsverfahren. Der Standort Zwickau des Heinrich-Braun-Klinikums stellte sich erstmals 2009 dem Zertifizierungsverfahren und erreichte unmittelbar die Stufe als regionales Traumazentrum. Im August 2015 wurde dem Zwickauer Klinikum die höchste Versorgungsstufe als überregionales Traumazentrum bescheinigt und in diesem Jahr erneut bestätigt. Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von drei Jahren, danach erfolgt eine erneute Überprüfung.

Standort Kirchberg ist als lokales Traumazentrum Anlaufstelle für die Erstversorgung
Der Standort Kirchberg des Heinrich-Braun-Klinikums ist seit 2009 als lokales Traumazentrum zertifiziert. Seine Aufgabe besteht in der Akutbehandlung lebensbedrohender Verletzungszustände und der Sicherung der Transportfähigkeit in das nächste regionale bzw. überregionale Traumazentrum. Neben einem Schockraum ist in Kirchberg rund um die Uhr ein Operationssaal verfügbar, um Notfallpatienten mit teils lebensbedrohlichen Verletzungen optimal behandeln zu können. Auch die Möglichkeit zur vorübergehenden intensivmedizinischen Behandlung eines Schwerverletzten ist gegeben. Regelmäßige Fortbildungen sowie die Rettungswache direkt auf dem Klinikgelände ergänzen das Portfolio des lokalen Traumazentrums am Standort Kirchberg. „Unsere Patienten können sich im Notfall auf uns verlassen“, erklärt Dr. med. Lutz Arnold, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des lokalen Traumazentrums. „Seit 2009 erfüllen wir alle Kriterien der DGU, um Schwerverletzte erfolgreich erstzuversorgen. Zudem lobten die Auditoren unsere sehr guten Kooperationen und Verlegungsabsprachen innerhalb des Traumanetzwerkes, sodass bei Bedarf eine Weiterverlegung in ein Traumazentrum mit einer höheren Versorgungsstufe, wie in das nahegelegene überregionale Traumazentrum am HBK-Standort Zwickau, schnell und unkompliziert möglich ist.“

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