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Blog des Heinrich-Braun-Klinikums

100 Jahre – 100 Gesichter | Multifamilientherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

14.05.2021

„In unserer Multifamilientherapie unterstützen nicht nur wir als Therapeuten unsere Patienten, sondern die Familien helfen sich auch untereinander, was zu einem noch besseren Therapieerfolg führt“, weiß Michael Arnold, Systemischer Familien- und Multifamilientherapeut der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters des Zwickauer HBK.

Heute ist die Systemische Arbeit und die Multifamilientherapie ein fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Unser Team ist „ein bunter Haufen“ bestehend aus Ärzten, Psychologen, Kinder- und Jugendlichentherapeuten, Pflegekräften und weiteren Disziplinen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters. Wir arbeiten hochmotiviert und mit sehr viel Spaß zusammen, um den symptomatisch gewordenen Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien mit einem ganzheitlichen Therapiekonzept zur Seite zu stehen. Dass ich bei der Etablierung der „Mehrfamilienarbeit“ vor 10 Jahren federführend mitwirken durfte, macht mich bis heute sehr stolz – vor allem, wenn man auf die beschrittenen Meilensteine zurückblickt!

Meinen eigenen Einstand im HBK hatte ich im März 2007 nach meinem Studienabschluss als Lern- und Trainingspsychologe. Zu dieser Zeit konnte ich den Umzug der Klinik vom Haus 2 in das Haus 11 mit begleiten. Mit den neuen Räumlichkeiten konnten wir auch schrittweise das Leistungsspektrum erweitern. Mein Vorschlag die Multifamilientherapie im Sinne einer „Familientagesklinik“ mit einzubinden, stieß bei Chefärztin Dipl.-Med. Cornelia Stefan auf offene Ohren, so dass ich 2010, nach meinem Abschluss zum Systemischen Familientherapeuten, ein Konzept hierfür erstellte und wir bereits 2011 den ersten Probedurchlauf mit drei Familien erfolgreich absolvieren konnten. Schon im Folgejahr 2012 wurde die „Familientagesklinik“ als eigener Bereich in der Klinik aufgenommen. Von anfangs etwa 20 werden heute rund 30 Familien jährlich betreut. Dabei ergibt sich in dieser speziellen Therapieform der Vorteil, dass die Familien voneinander profitieren, da sie sich gegenseitig unterstützen und weitere Sichtweisen, neben der Meinung der Therapeuten, einbringen und dadurch den Therapieerfolg sowie dessen Nachhaltigkeit erhöhen. In unserer Region und über die Grenzen des Landkreises hinaus sind wir die einzige Einrichtung mit einem derartigen Angebot.
Aufgrund unserer guten Erfahrungen mit dem teilstationären Setting haben wir 2014 begonnen, eine ambulante Multifamilientherapiegruppe im Haus zu etablieren. Um diese Angebote fachkundig betreuen zu können, haben einige meiner Kollegen und ich eine Ausbildung zum Multifamilientherapeuten am Multifamilientherapie Institut Dresden, welches maßgeblich durch Prof. Dr. Michael Scholz die Multifamilientherapie nach Sachsen gebracht hat, absolviert. Im Rahmen des kollegialen Austausches der MFT- interessierten Kollegen konnten konstruktive Verbindungen mit niedersächsischen Experten, die als erstes Team in Deutschland die KIDSTIME®-Workshops in 2015 ausrichteten, hergestellt werden. Um diese besondere ambulante präventive Plattform für „Kinder psychisch kranker Eltern“ bei uns etablieren zu können, ließen wir uns 2017 diesbezüglich schulen, so dass wir seit Oktober 2018 als bislang einzige Klinik in den neuen Bundesländern dieses Angebot vorhalten.

Und ein kleiner Ausblick in die Zukunft sei noch erlaubt, denn Dank des neuen Kinderzentrums im Haus 8 haben wir 2020 neue Räumlichkeiten erhalten, die uns auch deutlich bessere Therapiemöglichkeiten bieten. Dabei wäre es ein großer Wunsch von mir hier perspektivisch simulierte Wohnräume nach skandinavischem Vorbild für unsere Patienten-Familien vorzuhalten, um möglichst noch mehr alltagsnahe Interaktionen beobachten und diese funktionaler gestalten zu können.
 
 


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