Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am HBK veranstaltet 6. Austauschtreffen für Körper- und Bewegungstherapie

20.09.2016

Auch in diesem Jahr initiierte die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie das Austauschtreffen für Körper- und Bewegungstherapie. Am 07.09.2016 trafen sich mehr als 20 Pflegefachkräfte, Motopäden, Therapeuten, Psychologen und Ärzte aus ganz Sachsen zu Kursen und Gesprächen im Heinrich-Braun-Klinikum, um Erfahrungen auszutauschen und Neues zu lernen.

Qi Gong ist die Kunst, die Kraft der Körperenergie für Gesundheit und ...
Im Kurs „Was macht Macht mit mir?“ wurden Teilnehmer zum Machthaber über ...
Der Wechsel von Anspannung und Entspannung beim Bogenschießen eröffnet andere ...
Zur Eröffnung des 6. Austauschtreffens für Körper- und Bewegungstherapie wünschte Dr. med. Dr. rer. nat. Horst J. Koch, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, den zahlreichen Teilnehmern aus ganz Sachsen einen spannenden und lehrreichen Tag. Nach einer kleinen theoretischen Einführung ging es auch direkt zur Praxis über: In drei Gruppen eingeteilt, erhielten die Kursteilnehmer Einblicke in Qi Gong sowie therapeutisches Bogenschießen und lernten, was „Macht mit Menschen machen kann“.

Einblicke in die fernöstliche Heil- und Lebenskunst

In einem Workshop brachte Kerstin Müller, die seit  2009 auch Kurse für Patienten am Heinrich-Braun-Klinikum anbietet, den Teilnehmern die fernöstliche Heil- und Lebenskunst mittels Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Qi Gong (ausgesprochen: ch’i-kung) und Ernährungslehre näher. Die zertifizierte Qi Gong-Lehrerin sensibilisierte die Anwesenden, diese Möglichkeiten in schulmedizinische Therapiekonzepte einzubeziehen. Dazu ging sie vor allem auf Qi Gong als einfach zu erlernende Therapieform ein: „Es handelt sich dabei um ein asiatisches Entspannungsverfahren, das über die Bewegung zur Entspannung führt und den Atem reguliert. Es ist eine Technik, um sich der gewohnheitsmäßigen Muskelverspannungen, schlechter Haltungs-, Atmungs- und Bewegungs-gewohnheiten bewusst zu werden und diese zielgerichtet und anhaltend abzubauen“, so Kerstin Müller. Qi Gong richtet sich an alle, die eine Methode zur Selbstentspannung erlernen, oder aber in einer Lebenskrise besser zu sich selbst finden möchten. Nach der theoretischen Einführung boten die Grünflächen des Heinrich-Braun-Klinikums den Kursteilnehmern viel Freiraum, um sich in der praktischen Ausführung des Gelernten zu üben.

Therapie aus Sicht der Patienten

Im Kurs „Was macht Macht mit mir?“ unter der Regie von Gabriele Leib, Leitende Psychologin und Psychotherapeutin sowie Motopädin Anne Vollendorf, beide in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des HBK tätig, erhielten die Pflegefachkräfte, Sporttherapeuten und Ergotherapeuten tiefe Einblicke in die Dynamik von Gruppentherapien. In kleinen Rollen- und Bewegungsspielen wurden verschiedene Perspektiven und Aspekte des vielschichtigen Themas erforscht und so ein erweitertes Verständnis z. B. für die Sicht der Patienten in den Therapiesitzungen entwickelt. Zur Überraschung der Anwesenden fühlte sich beispielsweise der Widerstand gegenüber dem Machthabenden toll an, da dieser so an Macht verlor und man selbst Macht inne hatte. Allerdings gingen dabei das Gemeinschaftsgefühl und die Gruppenzugehörigkeit verloren, erklärte eine Teilnehmerin ihr persönliches Empfinden im Nachgang. Im lebhaften Austausch über eigene Erfahrungen mit dem Thema, wie konstruktive und destruktive Mechanismen zwischen Macht und Ohnmacht, Führung und Chaos oder Fremdbestimmung und freie Selbstentfaltung, diskutierten die Teilnehmer Chancen und Gefahren der Machtentfaltung – auch in der eigenen Berufsrolle und als Teil des jeweiligen sozialen Systems wie Betrieb, Familie und Gesellschaft.

Therapeutisches Bogenschießen am HBK

Im Kurs „Therapeutisches Bogenschießen“ wurde den Kursteilnehmern aufgezeigt, welche Erfahrungen das Team des HBK mit dieser speziellen Therapieform in den vergangenen neun Jahren sammeln konnte. Durch therapeutisches Bogenschießen erlernen die Patienten, sich zu entspannen und zu konzentrieren. Dabei wird Ruhe und Entspannung sowie Konzentration und Anspannung wechselseitig erlebt. Entspannungs-übungen aus dem Qi Gong und verschiedene Atemtechniken, die in anderen Entspannungsverfahren erlernt werden, kommen hier zur Anwendung. „Sport und Gedanken werden in eine therapeutische Vorgehensweise integriert, sodass wichtige Themen aus dem Leben des Patienten in Einzel- und Gruppentherapien besprochen werden können“, erklärte Kursleiter Axel Pötzsch, Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Psychosomatik, Psychotherapie und Psychiatrie am Heinrich-Braun-Klinikum. Natürlich konnten sich die Teilnehmer des Kurses auch selbst am Bogen ausprobieren und Näheres über Größenfantasien, Versagensängste, Zielstrebigkeit und Misserfolg lernen.

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