Wenn die Luft weg bleibt – HBK gab Infos und Tipps zur COPD

27.09.2017

Über 150 Interessierte, Betroffene und Patienten sind am 20.09.2017 in den Bürgersaal des Zwickauer Rathauses gekommen, um sich über Krankheitsbild, Diagnostik und Therapieformen der Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu informieren.

Schon eine Stunde vor dem ersten Vortrag herrschte dichtes Gedränge an den ...
Zum Auftakt der Vortragsreihe klärte Nadine Brauer-Trübenbach über die harten ...
Vor der Veranstaltung und während der Pause standen die Experten den Besuchern ...
Dr. med. Reinhold Müller gab wichtige Hinweise für COPD-Patienten mit Fernweh. ...
Dietmar Seidel packt die Gelegenheit beim Schopf und macht zum COPD-Tag einen ...
Die richtige Anwendung von Inhalationsgeräten stand im Vortrag von Evelin ...
Das Informationsangebot für die Besucher des 2. COPD-Patiententages in Zwickau war umfassend. Schon mehr als eine Stunde vor dem ersten Vortrag waren Interessierte im Zwickauer Rathaus unterwegs. An den Informationsständen von Selbsthilfegruppen, der Klinik für Innere Medizin V des HBK und den verschiedenen Herstellern von Medizinprodukten herrschte großer Andrang. Lungenvolumentest, Beratung und Erprobung von Inhalationsgeräten und Devices, Untersuchung des Blutes auf einen alpha-1-Antitrypsinmangel (eine erbliche Stoffwechselerkrankung, die zum Lungenemphysem führen kann) – für die Besucher gab es viele Informationsangebote, einiges zu entdecken und auszuprobieren. Angesichts der großen Resonanz war der Organisator des 2. Zwickauer COPD-Patiententages Dr. med. Reinhold Müller, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin V und Leiter des Lungenzentrums, hoch zufrieden: „Ich bin begeistert, wie viele Menschen wir mit diesem Patiententag ansprechen. Das zeigt allerdings auch, welchen Stellenwert die COPD mittlerweile einnimmt. Es ist schön, dass die Besucher nicht nur zu den Vorträgen kommen, sondern auch die Industrieausstellung unserer Partner und die Angebote der Selbsthilfegruppen nutzen.“

Das Vortragsprogramm
Pünktlich um 14 Uhr eröffnete Dr. med. Reinhold Müller das Vortragsprogramm. Denn im Fokus der Veranstaltung standen natürlich die Erläuterungen der Experten zum Thema COPD. Den Anfang machte Nadine Brauer-Trübenbach, niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin/Pneumologie in der HBK-Poliklinik. Die junge Medizinerin erklärte noch einmal genau, was COPD und Lungenemphysem eigentlich bedeutet und gab einen ausführlichen Überblick über Symptome, Diagnosemöglichkeiten und Therapieformen. Sie betonte: „Auch wenn Sie es nicht mehr hören oder sehen wollen – Rauchen ist die Ursache Nummer Eins für COPD.“

Im Anschluss erläuterte Dr. med. Ulrike Seifert, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin V, die Vorteile und die technischen Möglichkeiten der Lungenvolumenreduktion. Bei dieser Therapie werden überblähte Lungenbläschen, die die Funktion der umliegenden Bereiche der Lunge einengen, entweder chirurgisch entfernt oder durch endoskopische Eingriffe mit Hilfe von Coils oder Ventilen im Volumen reduziert. So wird die Atmung für COPD-Patienten wesentlich erleichtert, obwohl man das Lungenvolumen in Summe verkleinert.

Im nächsten Referat widmete sich Evelin Müller, Gesundheitsberaterin an der Klinik für Innere Medizin V, der inhalativen Therapie. Sie erklärte die Unterschiede zwischen Dosieraerosolen und Trockenpulverinhalatoren. Frau Müller legte besonderen Wert darauf, mögliche Fehlerquellen in der Handhabung der Medikamente zu benennen und Lösungsansätze aufzuzeigen. Denn nur ein richtig gegebenes Medikament ist ein wirkungsvolles Medikament.

Reiselust mit COPD ?
Im Anschluss gab Dr. med. Reinhold Müller in seinem Vortrag hilfreiche Hinweise zu der Frage: Ich habe COPD – kann ich noch reisen? Der Zwickauer Chefarzt zählte kritische Aspekte für chronisch Kranke wie zu niedrige Luftfeuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen (beispielsweise auf dem Kreuzfahrtschiff: draußen in der Karibik 35°C – drinnen 19°C dank der Klimaanlage) oder die sinkende Sauerstoffkonzentration in luftigen Höhen und damit verbunden die Gefahr der fallenden Sauerstoffsättigung im Blut auf. Er gab den Patienten mit Reiselust aber auch eine wichtige Empfehlung mit auf dem Weg: „Denken Sie an eine Reiserücktrittskostenversicherung und eine Reiserücktransportversicherung. Gerade die Frühbucher unter Ihnen wissen sicher nicht, ob der Gesundheitszustand bis zum Reiseantritt gleich gut bleibt. Und schauen Sie sich auch das Kleingedruckte in den Vertragsunterlagen an. Einige Versicherungen schließen chronisch Kranke aus“, merkte der Mediziner an. Zum Abschluss seiner Ausführungen gab Dr. med. Müller mit einem Augenzwinkern auch noch den Hinweis: „Für die Jungen und Junggebliebenen unter Ihnen: Tauchen ist keine gute Idee. An der Wasseroberfläche schnorcheln ist das eine. Aber tief unter Wasser ist das Notfallspray in weiter Ferne.“

Den Abschluss des Vortragsprogrammes machte Dr. med. Kai-Uwe Walther, niedergelassener Pneumologe aus Auerbach. In einem Impulsvortrag erklärte der Mediziner den Besuchern und Betroffenen den Ablauf und die Inhalte einer COBRA-Schulung für COPD-Patienten. Er gab zudem viele Hinweise und allgemeine Tipps zu einer gesunden, aktiven Lebensweise für Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung.

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Zur Erklärung:
Coils sind Drahtspiralen, die den überblähten Bereich der Lunge zusammen raffen und so dem umliegenden gesunden Gewebe mehr Raum für die Ausdehnung beim Atmen bieten.   Ventile werden in die Bronchien des überblähten Bereiches eingesetzt und blockieren den Luftstrom beim Einatmen, ermöglichen aber das Abatmen des überblähten Bereiches.




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